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Was söll das eigentlich?

Ab über die Lofoten

Ein weiteres Ziel auf meiner «Liste» habe ich in dieser Woche erreicht. Meine Route führte mich auf und über die Lofoten und ich machte dieselben Fotos, wie sie schon tausend andere Menschen machten.

Beitragszeitraum: 25. – 31. August 2020

Tag 50 Bleik – Fornes

Die Motivation war trotz des Komforts der Luxushüte nicht wirklich besser. Das änderte auch das regnerische Wetter nicht. Ich setzte mich nach dem Aufstehen erstmal in die nice Küche des Campingplatzes um zu Frühstücken. Als das Wetter immer noch nicht besser wurde, nahm ich mein Notebook und schrieb den letzten Blogbeitrag fertig und veröffentlichte Ihn. Danach war der Regen vorbei und ich machte mich, mittlerweile pessimistisch, in Regenklamotten auf den Weg.

Am Anfang ging es entlang des Meeres auf einer kleinen «Nebenstrasse» und es kam langsam wieder ein Müü Motivation in mir auf. Pünktlich zur Mittagszeit erreichte ich einen Rastplatz/eine Sehenswürdigkeit. Abgesehen von der modernen Bauweise des Rastplatzes und eines kleinen Leuchtturms gabs da allerdings nicht viel Besonderes zu sehen. Abgesehen von der Wand des WCs, welche sich beim Betreten in ein Fenster verwandelte, ohne dass jemand von draussen hineinsehen konnte. Ich machte ein paar Fotos des Leuchtturms und genoss mein Mittagessen.

Weiter gings noch einige Kilometer auf der «Nebenstrasse» bis ich zwangsläufig auf die Hauptstrasse einbiegen musste. Jener folgte ich erneut einige Kilometer bis ich das Schild eines Restaurants sah. Dies kam mir sehr gelegen, da ich sowieso schon Lust auf Kaffee und Kuchen hatte. Ich setzte mich an die Wärme und bestellte meine Begierden. Plötzlich sah ich einen anderen Radfahrer auf die Zufahrt des Restaurants einbiegen. Dieser betrat kurz darauf auch das Restaurant und wollte sein Nacht auf dem Campingplatz daneben verbringen. Nach dem Einchecken setzte er sich zu mir und wir verquatschten uns einige Zeit. Mein GPS zeigte erste 60 Kilometer für den heutigen Tag und ich wollte eigentlich noch einige Kilometer weiterfahren. Einige Überlegungen später entschied ich mich jedoch auch auf dem Campingplatz zu bleiben, da es sicherlich interessanter ist den Abend nicht alleine, im Zelt verkrochen, zu verbringen.

Besagter Typ heisst übrigens Harald, wie ich im Verlauf des Abends herausgefunden habe. Wir unterhielten uns nach dem Zeltaufbau noch einige Zeit und genossen unser Abendessen. (Bevor ich es vergesse: natürlich Spaghetti) Harald war auf dem Weg nach Norden und konnte mir so einige super Tipps für meine Weiterfahrt geben. Unter anderem verläuft nämlich die Europaroute Nr. 1, dort wo ich lang möchte. Wie sich in den kommenden Tagen herausstellen sollte, waren die Tipps echt Gold wert.

Die Mücken wurden aber mit der vorangeschrittenen Tageszeit immer nerviger und wir verkrochen uns bald darauf in unsere Zelte.

Tag 51 Fornes – Grunnfor

Ich schlief, trotz meinen nur 60km gestern, hervorragend. Beim Frühstück kam auch bereits die Sonne zum Vorschein und entsprechend stieg meine Motivation langsam wieder etwas an. Harald gab mir auch noch einige Kochideen, damit ich nicht nur Spaghetti und Brot essen muss.

Pünktlich um 10 Uhr stieg ich auf mein Fahrrad, verabschiedete mich von Harald und machte mich auf den Weg nach Süden. Den Wind hatte ich im Rücken und kam rasant voran. Die Sonne drückte auch ab und zu durch die Wolken und meine Motivation war bald wieder auf dem normalen Hoch. Um mich herum sah ich immer wieder einige Gewitter und war sehr froh, dass mich keines davon traf.

Das stimmt nicht ganz. Zur Mittagszeit begann es ob mir Wasser zu spucken und ich setzte mich wieder einmal ins nächste Bushaltestellenhäuschen, um mein Mittagessen zu geniessen. Ich hab die Atmosphäre von Finnland schon fast vermisst… Als ich wieder auf mein Rad stieg, war das Gewitter auch schon vorbei und ich folgte weiter der Haupstrasse. Die Landschaft war nicht besonders interessant.

Dies änderte sich tollerweise, als ich wieder auf eine Nebenstrasse, die mir übrigens auch Harald empfohlen hatte, abbiegen konnte. Es war erneut eine kleine Strasse entlang der Küste und die Landschaft war wunderschön.

Nach einigen Kilometern entlang dieses «Umweges» kam ich wieder einmal an einem Fährhafen an. Ich traf ein holländisches Pärchen, die ihre Jobs gekündigt haben und nun mit ihrem Motorrad unterwegs sind. Ihr Plan war eigentlich weit Richtung Osten zu fahren nur leider kam Corona und sie sind nun halt in Europa unterwegs.

Die Fährüberfahrt schaukelte zu liebe meines Magens nicht wirklich und dauerte auch nur knapp 30 Minuten. Bereits während der Fahrt zeigte sich eine atemberaubende Landschaft.

Auf der anderen Seite angekommen nahm ich die letzten 20 Kilometer für heute in Angriff. Etwa in der Hälfte traf mich dann doch noch ein Gewitter und ich wurde ein wenig nass. Hatte aber keine Lust für die wenigen Kilometer noch all meine Regenklamotten herauszusuchen.

Bei meinem Schlafplatz angekommen schien bereits wieder die Sonne und fast alles war wieder trocken. Einige Camper waren bereits hier. Der Shelter war aber noch nicht besetzt und ich freute mich riesig, als ich sah, wie cool jener ist.

Zum Abendessen gabs heute endlich mal etwas anderes als Spaghetti. Und zwar Polenta a la Tobias mit Peperoni, Peperoncini und Salami. Schmeckte wunderbar. Und ja ich hab den ganzen Topf aufgegessen.

Den Abend genoss ich oben im Shelter bei einem Cider und bewunderte die fantastische Aussicht, bevor ich mich schlafen legte.

Tag 52 Grunnfor – Henningsvaer

Stellt euch vor ihr wacht in Mitten der Nacht auf und um euch herum seht ihr Meer und Berge. Da der komplette obere Teil des Shelters verglast ist, war das genau so und ich schlief hervorragend.

Die Aussicht war nicht nur ein nächtlicher Traum, sondern auch beim Aufwachen noch zu sehen. Die Freude in mir war direkt wieder da. Nach dem Frühstück entschied ich mich noch einige Zeit hier zu geniessen und begann mein Tagebuch fortzuführen.

Einige Sätze später schwang ich mich auf mein Rad und machte mich auf nach Svolvær für eine Wanderung. Leider führte mich die Route erneut auf die Haupstrasse und die Kilometer waren durch die vorbeirauschenden Autos nicht besonders spannend. Zur Mittagszeit in Svolvær angekommen, machte ich mich nach dem Essen bereit für meine erste Wanderung auf den Lofoten.

Die Menge an Autos auf dem Parkplatz machte mir schon bei meiner Ankunft etwas Sorgen. Trotzdem machte ich mich topmotiviert auf die Socken und stieg die zahlreichen Treppenstufen empor. Erst freute ich mich schon, dass ich diesmal ein etwas besseren Weg erwischt habe. Aber auch auf dieser Tour war das nur der erste Eindruck. Der Weg änderte sich schnell wieder in eine Schlamm- und Kraxelpiste. Für mich natürlich genau das was ich wollte. Ich begann mir jedoch spätestens nach dem Kommentar einer absteigenden Person «Beim Aufstieg merkt man nicht wie schwer der Abstieg ist» gewisse Gedanken zu machen.

«Oben» angekommen merkte ich relativ schnell, dass man die letzten, vielleicht zwanzig Höhenmeter auf den richtigen Gipfel etwas klettern muss. Links und Rechts gings aber gerade nach unten. Trotz dem Drang den Gipfel zu besteigen, entschied ich mich dagegen und machte mich auf zum Aussichtspunkt. Einige Touristen kletterten übrigens trotzdem auf den Gipfel hoch. Naja.

Mittlerweile erwähne ich es vermutlich in jedem Satz aber die Aussicht war erneut traumhaft. Nach einigen Fotos gings für mich wieder nach unten und mit dem Rad noch einige Kilometer weiter, in die Nähe des Starts einer weiteren Wanderung.

Ein Stellplatz für den Camper zu finden ist nicht besonders schwierig. Es hat zahlreiche «Parkplätze» oder Aussparungen, in welche man sich hineinstellen kann. Mit dem Zelt wird es aber teilweise etwas schwieriger. Man braucht einen flachen Untergrund und am besten etwas Wiese und kein Parkplatz. Trotz diesen Ansprüchen fand ich einen geeigneten Platz zwischen zwei umgefallenen Bäumen und baute mein Zelt auf. Dem abgedrückten Gras nach, war ich nicht der einzige mit Zelt an diesem Ort.

Zum Abendessen gabs auch diesmal wieder Polenta. Ich fahr ja sicher nicht hundert verschiedene Packungen mit mir mit. Das heisst: drei Tage Polenta, dann drei Tage Pasta und dazwischen Pizza und Burger aus dem Restaurant.

Tag 53 Henningsvaer – Storfjord

Beim Frühstück machte sich sogar die Sonne bemerkbar und ich durfte, wenigsten für ein Mal, mein Zelt nicht nass zusammenpacken. Der Start der geplanten Wanderung war nur wenige Meter neben meinem Zeltplatz und ich machte mich sogleich auf den Weg. Bereits auf den ersten Metern war der Weg nicht mehr wirklich zu sehen, da es zwischen dutzenden grossen Steinen hindurch ging.

Auf der gestrigen Wanderung hatte ich eine Abzweigung verpasst und musste zwei, drei Mal auf dem Handy nach dem Weg schauen. Das obwohl übers Jahr hinweg vermutlich Tausende diese Wanderung machen. Ich hatte also den GPS-Track für diese Tour auf meine Uhr geladen, was mir bereits auf den ersten Metern zur Hilfe wurde.

Ich dachte am Morgen seinen noch nicht so viele Leute unterwegs. Ja chasch ja dängä! Mir kamen bereits Leute wieder entgegen, einige Leute habe ich überholt und auf dem Gipfel angekommen, war ich weit nicht der Einzige. Ach ja bevor ich es vergesse. Die Aussicht war natürlich absolut Top. Danke übrigens Nils, Niklas und Fredy für den Tipp.

Auf dem Weg nach oben bleibt mir nicht viel Zeit Fotos zu machen, da der Gipfeldrang zu gross ist. Umso mehr genoss ich den Abstieg und machte noch einen kleinen Umweg zu einem weiteren Aussichtspunkt.

Zurück beim Rad gings vom Start des Wanderwegs wenige Kilometer ins Zentrum von «Henningsvaer» um den vermutlich bekanntesten Fussballplatz anzusehen. In der Zwischenzeit ziemlich hungrig, genoss ich mein Mittagassen zum Gesang von mehreren Drohnen.

Falls ich jemals auf die Idee komme mir eine Drohne zu kaufen, erinnert mich bitte daran wie unfassbar ätzend die Dinger sind.

Weiter gings dann kurz zurück auf die Hauptstrasse und anschliessend durch den Regen zum Campingplatz. Ich brauchte mal wieder eine Dusche und Strom. Beim Kochen meines Abendessens, natürlich Polenta, kam ein holländisches Pärchen vorbei und wir unterhielten uns noch einige Zeit. Auch die Beiden haben ihre Jobs gekündigt, wollten auf Weltreise und Corona hat ihnen einen riesigen Strich durch die Rechnung gemacht.

Tag 54     Storfjord – Reine

Unterdessen wird es in der Nacht wieder einigermassen dunkel und mein Schlaf entsprechend besser. Trotzdem wird es langsam Zeit einen Ruhetag einzulegen. Bereits am gestrigen Abend organisierte ich mir ein Zimmer in Reine via Airbnb. Die Preise für «normale» Unterkünfte sind auf diesen Inseln dermassen hoch. Die wollen für ein Hostelbett CHF. 120.—was auch mir definitiv etwas zu viel ist.

Mit motivierender Musik im Ohr machte ich mich also auf die letzten etwa 80km in Richtung Entspannung. Auf diesen Inseln gibt es zahlreiche Strände, die man anscheinend gesehen haben muss. Ich fuhr also einen «kleinen» Umweg zum Haukland Strand, um wenigstens einen davon gesehen zu haben. Verstanden wieso man diesen gesehen haben muss, habe ich trotzdem nicht, aber immerhin war ich da und musste mich für einige Kilometer nicht auf der Hauptstrasse ärgern.

In Reine angekommen, fühlte es sich so an als wäre ich bereits einmal hier gewesen. Gefühlt jede Perspektive habe ich bereits auf einem Foto oder in einem Video gesehen. Nichts desto trotz hielt ich dieselben Landschaften auch mit meiner Kamera fest, bevor ich mich auf zu meinem Schlafplatz machte.

Unterdessen etwas müde hatte ich keine Motivation mehr selbst etwas zu kochen und da die Auswahl an Restaurants nicht besonders gross ist, könnt ihr zweimal raten, was es zu essen gab.

Tag 55 Reine – Å

Wieder einmal ein klassischer Ruhetag. Nach einer herrlichen Nacht in einem richtigen Bett, schrieb ich noch etwas am Tagebuch und plante meine Weiterreise. Ebenfalls suchte ich mir eine Wanderung für den nächsten Tag. Ich wollte natürlich nicht erneut auf einen Hügel, auf dem auch alle anderen Touristen sind. Nach etwas recherchieren fand ich genau das Richtige.

Die weitere Route mit dem Fahrrad entlang der Küstenstrasse nach Trondheim steht nun auch fest. In Trondheim schaue ich dann erneut, für welche weitere Route mir ausreichend Zeit bleibt.

Am späten Nachmittag konnte ich mich dann doch noch aufraffen, um noch kurz an die frische Luft zu gehen. Ich schwang mich auf mein Fahrrad und machte mich auf den Weg nach Å, damit ich auch dort noch gewesen bin. Mit dem leichten Fahrrad fuhr ich über die «kurvige» Strasse bis ans Ziel und freute mich bereits jetzt wieder auf die Touren zuhause über die kurvigen Strassen und ohne Gepäck.

An meinem Tagesziel angekommen, machte ich kurz einige Fotos und suchte mir kurz darauf ein Restaurant, um meinen Hunger zu stillen. Eine besonders grosse Auswahl an Lokalen gibt es auch hier nicht und ich setzte mich ins nächste Beste hinein.

Auf der Speisekarte fand sich nebst diversen Fischgerichten nur die Möglichkeit einen Hamburger zu bestellen. Da ich langsam keine Lust mehr auf Burger hatte und mir sowieso dachte, wenn ich schon mal hier bin muss ich wenigstens ein Mal Fisch essen, entschied ich mich schlussendlich für ein Stück Fisch. Zu meiner Verwunderung schmeckte mir dieser auch ziemlich gut.

Zurück in meiner Unterkunft schaute ich seit Ewigkeiten wieder einmal einen Film. Schon fast ungewohnt.

Tag 56 Hermannsdalstinden

Juhu eine lange Geschichte. TLDR findet ihr zu Unterst.

Bereits um 7 Uhr klingelt mich der Wecker aus meinem Schlaf und ich machte mich bald darauf auf den Weg zum Hafen. Ich wollte ein Stück mit der Fähre zurücklegen, um nicht so viele Kilometer und vor allem denselben Weg doppelt laufen zu müssen. Pünktlich beim Hafen angekommen, sah ich keine Fähre. Als nach der geplanten Abfahrtszeit noch immer keine Fähre zu sehen war, untersuchte ich den Fahrplan nochmals etwas genauer. Schlussendlich fand ich eine kleine Notiz, dass man für die Mitfahrt ab hier die Fähre reservieren müsse.

Meine Motivation war direkt wieder auf einem unvorstellbaren Höhepunkt. Extra früh aufgestanden und das für Nichts? Ich ging meine Möglichkeiten in meinem Kopf durch:

  • Ich könnte die Wanderung auf morgen verschieben. Leider fährt die Fähre dann erst zwei Stunden später und für die Wanderung ist das etwas zu spät.
  • Nur eine kleine Wanderung machen und morgen direkt mit dem Rad weiter. Öhm nein. Ich will diese Wanderung machen.
  • Da bleibt noch die Möglichkeit die Wanderung im nächsten Dorf zu starten. Die Probleme sind dann nebst der geplanten Distanz von 20 Kilometern über denselben Weg hin und zurück auch wie ich überhaupt ins nächste Dorf komme. Der Bus fährt erst eine Stunde später. Also stellte ich mich an die Strasse und trotz des wenigen Verkehrs musste ich nicht lange warten, bis mich jemand mitnahm. Die Distanz und Höhenmeter sollten ja eigentlich machbar sein, dachte ich.

Am Start des Trails angekommen gings immerhin ohne Regen los. Die ersten vielleicht fünf Kilometer war der Weg relativ gut, fast wie zuhause. Sobald ich aber das, für einen normalen Touristen, erreichbare Gebiet überschritten hatte, gings los. Es ging über einen schlammigen und steinigen Weg, sowie über Felsplatten nach oben. Mittlerweile hat es auch teilweise wieder begonnen zu nieseln.

Ich hatte mich bereits vor dem Ablaufen darauf eingestellt, dass ich eventuell mein Ziel aufgrund des Wetters oder der Zeit nicht erreichen kann und auf einen andern Berg klettern muss. Aber mindestens bis zur Hütte sollte ich problemlos gelangen. Dies war auch der Fall. Bei der Hütte angekommen sah ich ein Zelt davorstehen aber leider keine Leute weit und breit. Die Hütte selbst war geschlossen und für mich gabs nur eine Turbopause um kurz etwas zu trinken und dabei nicht direkt komplett abzukühlen.

Der Regen hat sich grösstenteils zurückgehalten und ich entschied mich dem Weg, solange es gut machbar ist, zu folgen. Ich musste wieder ein Stück absteigen und kam dabei an ein paar wunderschönen Seen vorbei.  Nach einiger Zeit kamen mir drei Typen, vermutlich in etwa demselben Alter, in Strassenschuhen und ohne Rucksack entgegen. Das Zelt bei der Hütte war ihres.

Weiter gings für mich nach Oben. Ab vermutlich 200 Metern über Meer wird die Gegend hier ziemlich alpin und ich musste mich quasi seit Beginn der Tour ziemlich auf den Weg konzentrieren. Immerhin war der Weg relativ gut zu finden. Das Problem war sonst meist die zu vielen Wegspuren und da hier anscheinend einige Touristen aber nicht übertrieben viele, wie auf den anderen Wanderungen, unterwegs sind, waren die Wegspuren meist richtig. Auch waren einige Stellen mit Seilen und Ketten versichert. Bei weitem nicht Alle aber immerhin Einige.

Bis Anhin war der Weg nicht besonders steil. Die letzten 600 Höhenmeter zum Gipfel fühlten sich aber an wie zuhause. #steilischgeil Nach exakt vier Stunden laufen, fand ich mich im Nebel auf dem Gipfel wieder und dank des Wetters verweilte ich auch nur gefühlt 30 Sekunden da.

Beim Aufstieg dachte ich der Abstieg würde schwieriger. Mein Vertrauen in meine Füsse und Schuhe war aber mittlerweile nach dem Tanz über den «Wanderweg» ziemlich gross und der Abstieg war dadurch nicht ganz so hart.

Das steilste Stück hinter mir, musste ich zwangsläufig erneut eine Turbopause einlegen, um etwas zu essen, bevor es zurück zu der Hütte ging. Nachdem es dort erneut eine kurze Pause gab tanze ich weiter den Weg zurück. Das Wetter wurde unterdessen immer etwas schlechter. Der Regen hielt sich im Vergleich zum Wind zum guten Glück etwas zurück.

Zurück im Dorf angekommen, stand auf meiner Uhr eine Bewegungszeit von mehr als sieben Stunden, eine Distanz von 26 Kilometern und ein Anstieg von 2000 Metern. Langsam war ich dann doch etwas erschöpft. Das grösste Problem fand sich nun aber darin wieder zurück zu meinem Schlafplatz zu gelangen. Der letzte Bus fuhr nämlich 15 Minuten zuvor bereits um 16:00 Uhr…

Ich machte mich auf den Weg durchs Dorf und streckte bei jedem vorbeifahrenden Auto meinen Daumen aus. Am Ende des Dorfes angekommen, hat mich immer noch niemand mitnehmen wollen. Ich stellte mich in ein Bushäuschen, da es mittlerweile zu schütten begonnen hat, und versuchte es eine halbe Stunde lang weiter. Erfolglos gab ich meinen Plan auf und machte mich auf zum Supermarkt, um immerhin mal etwas Essbares zu bekommen.

Beim Supermarkt angekommen, sah ich die drei Typen, welche mir bereits am Berg abgekommen sind und stellte mich zu ihnen. Auf dem Parkplatz waren einige Autos parkiert, ich schenkte denen aber keine grosse Beachtung. Während meiner Unterhaltung mit den drei Deutschen, die auch mit dem Rad unterwegs sind, lies ich meinen Blick über den Parkplatz und die Strasse schweifen und überlegte mir wie ich nach «Hause» kommen sollte.

Plötzlich fiel meinem Gehirn ein Pickup mit Camperaufbau auf, der bereits einige Zeit auf dem Parkplatz stand. Irgendwie kam mir das Fahrzeug bekannt vor. Ein Ford mit solchem Aufbau habe ich bereits auf dem Rückweg vom Nordkap gesehen. Ich unterbrach das Gespräch und schlich in Richtung des Autos, um zu sehen ob da wirklich Rene drinsass.

Tatsächlich! Ich hatte definitiv nicht damit gerechnet den Typen so wieder zu treffen. Was es für Zufälle gibt. Wir unterhielten uns kurz. Unterdessen war seine Freundin an Bord und es war eigentlich kein Platz für mich vorhanden. Zum guten Glück durfte ich aber in der Kabine mitfahren. Einer der Radfahrenden musste mich noch daran erinnern, dass ich in dem Durcheinander meine Kamera nicht vergesse.

Zurück in Reine angekommen, lud ich die beiden noch kurz ins Bistro ein. Ich selbst bestellte mir ein dringend notwendiges Bier und eine Pizza und wir unterhielten uns einige Zeit.

Falls du das liest nochmals vielen Dank fürs Mitnehmen! Ich hatte echt keine Motivation mehr eine Stunde bei Regenwetter zurück zu laufen.

TLDR: Fährfahrplan nicht richtig gelesen. Autostop ins nächste Dorf. Riesige Wanderung durch Schlamm und über Steine bei Wind, Kälte und ein bisschen Regen. Das war definitiv eine Erfahrung. Retour mit einem Typen, den ich am Nordkap bereits getroffen habe. Und Verdientes Bier.

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6 Kommentare

  1. Schnydi 1. September 2020

    Yes Tobi! Das ist ein Blog! Ich find das Foto welche schon Tausende vor dir gemacht haben einfach das Beste!! Generell einfach mega super Aufnahmen. Übrigends kenne ich einen der gleich heisst wie Du und ein Besitzer einer Drohne war….. 🙂 Konnte durch deinen Blog gerade ein bisschen Freiheit im Alltag fühlen . Heb dr Sorg und auf den nächsten Blog

    • Tobias Zweifel 1. September 2020 — Autor der Seiten

      Hoi Schnydi 🙂
      Bitte gerne der kurzen Abwechslung. Die hast du/ihr definitiv verdient!
      Mega schön ist es sowieso auch wenn schon tausend andere da waren.
      Den Typen mit der Drone kenne ich leider auch. Zum Glück wars nicht wirklich seine 😛
      Nüd vill z stäng und bis bald (schneller als mir üs ez chänd dängä)

  2. Harald Klein 2. September 2020

    Danke für den Bericht, bin endlich zum Lesen gekommen. Freue mich natürlich, dass du einen mit diesem Vornamen getroffen hast, aus dem Land kommt der Name…
    Hatte mir überlegt, wie ich dir schreibe, dass du nicht nur Burger, Spagetti und Polenta essen solltest und dann lese ich von Fisch, BRAVO! Dort kannst du den wenigstens genießen, so am Meer.
    Wünsche dir eine regenfreie Weiterfahrt, freue mich schon auf die nächsten Berichte, LG, Harald

    • Tobias Zweifel 4. September 2020 — Autor der Seiten

      Ich muss mich kulinarisch neu orientieren sonst wird das ein bischn langweilig.
      Das mit dem regenfreien Wetter wird noch spannend. Gestern war ein super schöner Tag aber für die Nächsten siehts nicht besonders gut aus. Gruss vom Weg nach Süden

  3. Rosmarie Lienhard 3. September 2020

    Hallo Tobias in der zwischen Zeit habe ich deinen
    Blog schon dreimal gelesen und die Bilder bewundert. Bei mir war auch allerlei los. Mit 81. bin ich wirklich kein Schnellzug mehr.
    Du kämpfst dich wirklich durch jede Schwiegrikeit . Deine Bilder sind eine Sensation. Ich wünsche dir weiter eine gute Fahrt .
    Hoffe das der Regen auch für dich aufgehört hat.
    Ich freue mich sehr auf deine nächste Post. Viel Glück und guten Mut mit lieben Grüssen dein Jeepli

    • Tobias Zweifel 4. September 2020 — Autor der Seiten

      Hooii
      Ich finde das mega cool das du so Freude am Blog findest.
      Die Freude ist trotz den Strapazen in den letzen Tagen dank des guten Wetters gestern nicht verloren. Das mit dem Regen könnte noch spannend werden die kommenden Tage….
      Grüsse vom Weg nach Süden
      Tobias

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