stöbsels blog

Was söll das eigentlich?

Endlich! Ab nach Norden.

Beitragszeitraum: 21. – 26.07.2020

Übrigens falls jemand gerne über die neuen Blogpost informiert werden möchte, gibt mir doch kurz Bescheid, dann schick ich euch die neuen Beiträge jeweils zu.

Wer die letzen beiden Beiträge zu dieser Reihe noch nicht gesehen hat:

https://www.st0bsel.net/index.php/2020/07/21/gewisse-sachen-muessen-erst-gelehrt-werden/
https://www.st0bsel.net/index.php/2020/07/14/die-reise-beginnt/

Tag 15/16 Helsinki

Das Verlassen der Fähre mit dem Fahrrad und Befahren von finnischem Boden war für mich ein riesen Moment der Freude und Erleichterung. Die Fahrt durch den Hafen und das erfolgreiche Passieren der Grenzkontrolle bleibt für mich vermutlich ein Moment, den ich nie vergessen werde.

Perfekt informiert, wie selbstverständlich immer, dachte ich die Fähre kommt direkt in Stadtnähe an. Dem war natürlich nicht so. Wir durften zuerst ca. 20km vom Fährhafen ins Stadtzentrum von Helsinki strampeln. Immerhin funktioniert die Routen Funktion meines Wahoo auch ohne installierte Karten. Die habe ich nämlich vergessen aufzuspielen. Wie gesagt top vorbereitet…

Was während dieser Strecke sofort auffiel war wie sauber und «freundlich» diese Stadt wirkt. Die Radwege sind um einiges angenehmer zu fahren als in Deutschland und die Autofahrer sind ebenfalls so freundlich und gegenüber den Radfahren zuvorkommend wie dort. Oft ist nur der Stadtkern sehr sauber und aufgeräumt. Als Tourist sieht man ja den Rest meist nicht. Ist man aber mit dem Rad unterwegs, fallen solche Dinge recht schnell auf.

Mit einem der Reisenden, welchen ich auf der Fähre getroffen habe, begannen wir die Stadt zu erkunden. Als erstes waren wir kurz beim Dom von Helsinki und als nächstes noch beim Sibelius-Denkmal. Auch wenn ich brutal viel von Kunst verstehe, sieht das Denkmal wirklich cool aus.

Dazwischen war ich auch zum ersten Mal in einem finnischen Supermarkt und etwas positiv überrasch, was es da alles gibt. Das werde ich vermutlich später nochmals detaillierter ausführen.

Nach diesen beiden Sehenswürdigkeiten ging es aber für Tim los mit dem Rad Richtung Norden und für mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Das erste Hostel wollte mich ohne Online-Buchung nicht aufnehmen. Beim zweiten hatte ich glücklicherweise mehr Erfolg. Den restlichen Nachmittag verbrachte ich mit Fotos sortieren und dem Schreiben eines Blogbeitrags.

Am Abend organisierte ich mir etwas zu Essen und begab mich erneut zum Fotografieren in Richtung der Sehenswürdigkeiten. Ich war nochmals beim Dom, bei der Uspenski-Kathedrale und am Market-Square. Auf dieser Runde war ich richtig froh, meine grosse Kamera dabei zu haben. Ich verbrachte grosszügig Zeit mit fotografieren und es machte richtig Spass, da ich ja nichts weiter vor und genug Zeit hatte.

So nach einer Ewigkeit Text nun auch endlich ein paar Bilder:

Ah ja, ich war ja noch einen zweiten Tag in Helsinki.

Dass man spezielle Leute in einem Hostel treffen kann, war mir bewusst. Was für welche wurde mir jedoch erst beim Frühstück richtig bewusst. Am Abend zuvor hatte ich mich bereits über einen Gamer gewundert. An diesem Morgen trieb es jedoch eine Esoterikerin auf die absolute Spitze. Unglaublich unterhaltend und fast unmöglich zu beschreiben was bei diesem Frühstück ab ging.

(Zu den speziellen Leuten in Hostels passe ich mit meinen Ideen natürlich perfekt dazu)

Glücklicherweise traf ich auch einen einigermassen normalen Deutschen, welcher an diesem Tag dasselbe Ziel hatte wie ich. Wir machten uns also gemeinsam auf zu den Suomenlinna Inseln. Für Geschichtsinteressierte bestimmt extrem spannend. für mich als Geschichtsbanause grösstenteils lediglich zum Fotografieren interessant.

Da dieser Ausflug daher nicht den ganzen Tag in Anspruch nahm, unternahm ich am späteren Nachmittag noch eine kurze Radrunde um Helsinki. Ich konnte es nochmals richtig geniessen mit dem Rad ohne Gepäck unterwegs zu sein und Glacekugeln in einer neuen Dimension zu schnabulieren.

Am Abend gabs dann noch auf Empfehlung von Marc einen Rentierburger. Schmeckte eigentlich nicht grossartig anders als ein normaler Rindsbürger. Musste ich trotzdem mal probiert haben. Etwas erstaunt war ich dann trotzdem über die Preise von Alkohol. Hier darf man gut zwei Franken zum schweizer Preis hinzurechnen. Sowohl im Supermarkt als auch in Restaurants/Bars.

Tag 17 Helsinki – Mallusjoki

Irgendwie war ich an diesem Morgen etwas aufgeregt. Meine Tour ging endlich richtig los. Ich stand also auf, genoss mein Frühstück (dieses Mal leider ohne Unterhaltung), packte mein Fahrrad, spielte die Route auf mein Wahoo und startete.

Auf dieser Etappe waren grösstenteils noch Radwege vorhanden und ich musste noch nicht auf der Strasse fahren.

Trotz Sonnenschein fuhr ich immer mit angezogener Jacke, da der Wind trotzdem eine gewisse Frische mit sich brachte.

Zu meiner Freude passiert jeden Tag etwas Neues, Spannendes. Heute war es die erste Platte am Hinterrad, welchen ich gemütlich vor dem Supermarkt reparieren durfte.

Die Karte zeigte mir, dass nach etwa 100km ein See zu finden ist. Was ich mir aber schon dachte und was auch zur Realität wurde, die Ganzen guten Plätze am See sind privat. Glücklicherweise traf ich auf der Suche nach einem passenden Campingplatz auf einen Bauer, welcher gerade mit seinem Heu auf seiner Wiese beschäftigt war. Er erlaubte mir freundlicherweise auf seiner frisch gemähten Wiese zu campieren. Über diese Erlaubnis war ich ziemlich froh, da die Motivation noch länger nach einem passenden Platz zu suchen relativ gering war.

Tag 18 Mallusjoki – Sysmä

Wie der Wetterbericht schon vermuten liess, begann es in der Nacht zu regnen und hörte dann auch den ganzen Tag nicht wirklich auf damit. Bedeutete für mich, Regenklamotten anziehen, einen kurzen, einigermassen trockenen Moment abwarten, um das Zelt abzubauen und in Regenmontur loszufahren.

Ans Fahren bei Regen habe ich mich ja bereits in Deutschland gewöhnt und nachdem ich mit genug Jacken auch ausreichen warm hatte, war das auch nicht mehr wirklich ein Problem. Der abendliche Zeltaufbau machte mir da eher Sorgen.

Beim Checken meiner Route realisierte ich, dass nach meinen +/- geplanten 100km ein Dorf, ohne Hotel, jedoch mit Campingplatz zu finden ist. Immerhin eine warme Dusche und ans Problem mit dem nassen Zelt werde ich mich vermutlich sowieso noch gewöhnen müssen.

Tag 19 Sysmä – Jyväskylä

Als hätte das Wetter Mitleid mit mir, stoppte der Regen am Morgen. Aus Angst, dass dieser jedoch gleich erneut beginnt, brach ich das Zelt noch vor dem Frühstück ab und packte meine Sachen, sodass ich dies ja nicht bei Regen erledigen musste.

Die, an diesem Tag, morgendliche Demotivation verflog auch relativ schnell, da das Wetter anscheinend wirklich auf meiner Seite war und der Regen bis nach dem Mittagessen ausblieb. Auch die Strasse, welcher ich folgte, war bereits relativ abgeschieden und mega schön zu fahren.

Naja ganz konnte sich der Wettergott dann trotzdem nicht zurückhalten und der Regen begann am Nachmittag wieder grosszügig vom Himmel zu strömen.

Und auf dieser Etappe realisierte ich auch erstmals, was mir innerlich ja bereits klar war, dass dieses Land alles andere als flach ist. Dieser Tag bot auf 110km knapp 1200hm. Es geht eigentlich den ganzen Tag nur Hügel hoch, Hügel runter und das ganze gefühlte tausend Mal. Ein gemütliches, gerades Stück gibt es mittlerweile nicht mehr.

Wie ich mir das angewöhnt habe, versuchte ich vorort in Jyväskylä ein Hotelzimmer zu ergattern. Die beiden Hotels in meiner Preisklasse haben jedoch keine Rezeption mehr und der gesamte Check-In Prozess läuft online ab. Mein erster Gedanke war «Na toll und wo soll mein Fahrrad hin». Wie einige vermutlich bereits sahen, habe ich auch für dieses Problem eine Lösung gefunden. Mein Fahrrad stand also zwei Nächte neben mir im Hotelzimmer. In weiser Annahme, dass ich mein Zelt trocknen muss, buchte ich anstelle eines Zimmers für eine Person ein Zimmer mit zwei Betten. Wie das endete zeigt vermutlich das Bild unten am besten.

Tag 20 Jyväskylä

Die letzte «grössere» Stadt vor Oulu, und vermutlich sowieso eine der letzten Städte für eine längere Zeit, bot mir die ideale Gelegenheit einen Ruhetag einzulegen.

Wie es sich für eine Hipster-Transformation gehört, setze ich mich zu einem ordentlichen Frühstück in ein Café und «arbeitete» mal wieder an meinen Fotos und dem Blog.

Bei einem anschliessenden Rundgang durch/um die Stadt schien es mir als ob alles relativ neu ist. Es hat fast keine alten Gebäude und alles ist relativ modern gebaut.

Irgendwie scheint es mir als ob die Beiträge mit jedem Mal länger werden. Jäno sonst schaut ihr auch halt nur die Fotos an.

Und ich muäss mich nuch gschwind ufregä. Öppä drü/viertel vu dä Lüt wo i dem Land mit Joggingchleidig underwägs sind, spaziered nur öppis dur d Gägend anstatt eifach emal ä chlei vorwärts z mächä. Herrgott!

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8 Kommentare

  1. Röthlisberger 27. Juli 2020

    Witerhin viel spannendi Abentür und ganz en tolli Reis no! Isch sehr interessant dini Erläbnis mitzverfolge!

  2. Harald Klein 27. Juli 2020

    Super Berichte, macht Freude die zu lesen, wie ein bisschen Ferien am Schreibtisch, wäre gern dabei.
    Gute, unfallfreie Fahrt weiterhin, freue mich auf die nächsten Berichte!

  3. Markus Marti 27. Juli 2020

    Cooli Bricht Tobi.
    Schigg mir bitte dini News au.
    Lisi gerä
    Grüäss Markus

  4. Walti 28. Juli 2020

    Tobi hör mit äm gjammer uf. Het niämer gseit du muäsch i nordä. Da wirds immer chälter und nässer.
    Und dr tip vum luc zerscht z ussäzelt ufstellä befolgä.
    Chunsch halt wider hei. 😄😄😄
    Herzlichi grüäss walti und wiiteri krank- und ufallfriii feriätäg

    • Tobias 28. Juli 2020

      So vill gjammer isches ja nüd😇
      Dr Tip vum Lukas funktioniert wunderbar und macht dr Zältufbu bi Räge wenigstens es biz eifacher👍
      As hei chu dängi dänn i zwei Munet😜
      Dangä und au liäbi Grüäss

  5. Beat 31. Juli 2020

    Tobi super Bricht und schüni Bilder, bitte wiiter schribä, egal we lang. Ich finds mega interessant und luegä uf dr Chartä amel wod bisch und wänn ds Äkäslompolo verbii chunsch ;-). Lueg dr guet und heb Sorg, freu mi für dich. Gruuzzz Beat

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