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Was söll das eigentlich?

Mehr Glück als Verstand

Nachdem ich nun einige Tage auf den Lofoten verbracht hatte, wollte ich langsam wieder in Richtung Wärme und guten Wetter. In diesem Beitrag nehme ich euch mit entlang der Atlantic Cost Route nach Trondheim.

Beitragszeitraum: 01. – 07. September 2020

Tag 57 Reinebringen

Nach der gestrigen Tour fühlten sich meine Beine doch etwas schwer an und ich entschied mich bereits am gestrigen Abend noch eine zusätzliche Nacht hier zu verbringen, um mich etwas zu erholen.

Frisch ausgeschlafen gammelte ich den ganzen Morgen rum. Kurz machte ich einen Ausflug zum Supermarkt. Am Nachmittag konnte ich mich dann doch noch für einen Ausflug zum Aussichtspunkt zusammenreisen. Ich zog meine, noch dreckige, Laufkleidung von gestern an, schlüpfte in die verschlammten Schuhe und machte mich auf dem Weg.

Die Tour ist technisch nicht besonders anspruchsvoll. Es geht hauptsächlich etwa 400 Höhenmeter über eine Steintreppe nach oben. Zuoberst muss man kurz noch über ein Schlammpiste. Um nicht wieder komplett zu eskalieren und die Treppe hoch zu spurten, hielt ich meinen Puls schön tief und stieg gemütlich die Treppe empor. Einige, keuchende Touristen sahen mich trotzdem ein wenig komisch an, als sie vor Anstrengung eine Pause einlegen mussten.

Oben angekommen, zeigte sich mir die Postkartenaussicht schlechthin. Natürlich musste ich diese auch mit meiner Kamera festhalten, bevor ich mich wieder auf den urzen Weg nach unten machte.

Am Abend gönnte ich mir endliche wieder einmal ein gutes Stück Fleisch und packte bereits meine Sachen für die morgige Weiterfahrt.

Tag 58 Reine – Skaugvolldalen

An diesem Morgen läutete mein Wecker bereits um 5:30. Ich musste die Fähre, welche nur um 7 oder 20 Uhr fuhr, erreichen. Also die restlichen Sachen zusammengesucht, einen kurzen Kaffee genossen, mein Rad beladen und ab gings die fünf Kilometer zum Hafen.

Dank Gegenwind kam ich nach einem Blick auf meine Uhr bereits am morgen früh ins Schwitzen, erreichte aber die Fähre glücklicherweise pünktlich und suchte mir einen Platz. Die Sitze waren ausserordentlich gemütlich und ich genoss entspannt mein Hörbuch. Meinem Magen zu Freude, hielt sich auch das Gewackel in Grenzen und ich fühlte mich pudelwohl, bis wir in Bodo ankamen.

Der Pneu meines Hinterrades löste sich langsam auf und ich entschied, mir in Bodo einen neuen zu besorgen, da dies später etwas schwieriger werden könnte. Dies erledigt, gings bei gutem Wetter in kurzen Hosen ab nach Süden. Es war eine riesige Freude endlich mal wieder bei gutem Wetter ein paar Kilometer hinter mich zu bringen und mein Mittagessen nicht in sieben Schichten gehüllt, geniessen zu können.

Für die kommende Nacht fand ich am Rande einer Neben-/Kiesstrasse einen guten Platz und begann mein Zelt aufzubauen. Nach dem Abendessen dachte ich mir, ich hätte nun genug Zeit, um mein Pneu in Ruhe wechseln zu können. Ich baute mein Hinterrad auseinander und mit dem neunen Pneu wieder zusammen. Beim Versuch den Schlauch mit Luft zu füllen, schien mir das Verhalten meiner Pumpe etwas komisch. Pumpen funktionierte zwar, der Schlaucht füllte sich aber nicht. Nach meinen detektivischen Untersuchungen von Schlauch und Pumpe musste ich feststellen, dass meine Pumpe defekt ist und das im Nichts.

An dieser Nebenstrasse herrschte nicht besonders viel Verkehr, vielleicht kamen zehn Autos vorbei während ich da war, und ich begann mir Gedanken zu machen, wie ich die mindesten 20 Kilometer ins nächste Dorf komme. Nach einigen Minuten überlegen und verloren in der Gegend rumstehen, fuhr ein alter Volvo an mir vorbei. Ohne dass ich es wirklich realisierte, begann mein Arm wie doof zu schwenken und das Auto hielt an. Aufgrund meiner letzten Autostop Erfahrungen war ich sehr erstaunt.

Der Fahrer verstand nur knapp Englisch und hatte (logischerweise) keine Pumpe bei sich. Er checkte aber relativ rasch, dass ich ohne Luft verloren bin. «Sie müssen in diesem Tal nur kurz ein Auto holen und kämmen dann wieder. Sie fragen da hinten, ob jemand eine Pumpe hat» sagte er zu mir und fuhr los. Ich setzte mich, bereits mit etwas Hoffnung, in mein Zelt und wartete. Und siehe da, vielleicht eine halbe Stunde später kamen die Beiden zurück, hielten an und der Fahrer streckte mir eine Pumpe entgegen. Meine Erleichterung war unbeschreiblich riesig und ich begann mein Schlauch mit Luft zu füllen. Ich fragte ihn, ob ich die Pumpe zurückbringen solle und er meinte «neinnein ich nehme sie mit und bringe sie zurück». Zum Dank gab ich ihm ein Bier, das er zwar nur knapp annehmen wollte. Das war etwa das Einzige, was ich verschenken konnte und norwegisches Bargeld hatte ich immer noch nicht.

Nachdem ich mein Rad fertig zusammengebaut hatte, legte ich mich völlig erleichtert ins Zelt. Ich konnte mein Glück noch immer nicht richtig fassen.

Tag 59 Skaugvolldalen– Furøy

Ihr hättet meine Freude sehen müssen, als ich an diesem Morgen noch halbverschlafen mein Zelt öffnete. Der Himmel draussen war stahlblau, es war keine Wolke zu sehen und die Sonne kam langsam zum Vorschein. «Endlich» dachte ich.

Da ich oben auf einer Anhöhe campierte, gabs als erstes eine gemütlich Abfahrt, bis irgendwann ein Tunnel vor mir lag. Mein Navi hat die Route bereits mit der Umfahrung angepasst und ich entschied, dem schönen Wetter zu liebe, die zusätzlichen Höhenmeter über den Pass zu fahren und nicht die direkte Route durchs Tunnel zu nehmen. Über die Alte-/Waldstrasse gings nach oben, vorbei an einem wunderschönen See.

Da die Strasse vermutlich nur noch von einigen Einheimischen verwendet wird, ist sie entsprechend schlecht gepflegt und ich traf ein Schlagloch mit voller Wucht. Einige der aufgebundenen Sachen verflogen. Nachdem ich alles zusammengesucht und wieder aufgebunden hatte, gings weiter. Relativ schnell merkte ich, dass mein Hinterrad Luft verlor, dachte aber ich schaffe es noch die zwei Kilometer bergab ins nächste Dorf.

Im ersten Moment schien es so, als ob ich mein Glück gestern Abend verspielt hätte und passend bei einem Picknickplatz war alle Luft aus meinem Hinterrad entwichen.

Dank des Tunnels war hier kein Verkehr und nebst einem Fischer hatte ich Niemanden gesehen. Irgendwie musste ich aber die etwa zwei Kilometer bis in den nächsten Ort kommen. Nebst meinem Frust war ich trotzdem etwas froh, dass es bis zur Zivilisation nicht so weit war, wie es gestern gewesen wäre.

Zuerst versuchte ich mein Rad über den holprigen Weg zu schieben, gab aber nach den ersten Metern auf. Ich wollte nicht wegen einer kaputten Felge erneut ein neues Hinterrad kaufen. Irgendwie musste ich also den Pneu, zumindest ein wenig, füllen. Ich entschied mich für Gras, baute mein Rad erneut auseinander, setzte den alten Pneu auf, stopfte das Ganze mit Gras voll, baute mein Rad zusammen und belud es mit meinem Gepäck um mit Schieben zu beginnen.

Exakt in dem Moment, als ich loslaufen wollte, kam mir ein Typ mit seinem alten Militärfahrzeug entgegen. Ich hielt ihn an und schilderte ihm mein Problem. Wir diskutierten kurz und ich erklärte ihm, dass ich im Dorf nach einer Lösung suchen wolle und bis da schieben müsse.

Hoffnungslos, mit dem Gedanken mein Glück sowieso bereits verspielt zu haben, wollte ich mich schon fast auf den Weg machen, als er meinte ich solle mein Rad aufladen, er fahre mich ins Dorf. Ich dankte ihm bereits jetzt vielmal und stieg, mein erneutes Glück nicht fassend, auf.

Wir fuhren die holperige Waldstrasse nach unten bis zum kleinen Dorfladen. Extrem hilfsbereit machte er sich auf den Weg in den Laden und quatschte auf Norwegisch etwas mit der Angestellten. Leider (logischerweise) hatte der kleine Laden keine Pumpe und meine Freude hielt sich ziemlich in Grenzen. Jedoch meinte der Herr kurz darauf, er würde mich zu sich nach Hause fahren, dort hätte er eine Pumpe. Auf die Frage wie weit das sei, antwortete er mit «nicht weit» und ich stieg erneut unfassbar dankbar auf sein Gefährt.

Bei der Lösung angekommen, versuchte ich erfolglos meinen Schlauch zu reparieren. Der zweite Versuch scheiterte auch, da ich den bereits etwas defekten, anstelle des guten Schlauches einbaute. Beim dritten Versuch, mit dem richtigen Schlauch, funktionierte es dann auch.

Nach erfolgreicher Reparatur und herzlichstem Dankeschön machte ich mich ohne Pumpe, ohne Schlauch und ohne Flockzeug auf die Weiterfahrt. Zum Glück war es bis in den nächsten grösseren Ort mit Fahrradladen nicht sehr weit.

Auf die Fähre musste ich nicht pressieren und konnte gemütlich zwei neue Schläuche und eine neue Pumpe besorgen. Der Fahrradmechaniker versuchte auch noch mein Pneu richtig aufzuziehen, was dann schlussendlich auch glückte, als ich das Ding mit 8 Bar aufpumpte. Ab gings anschliessend, top ausgestattet, zur Fähre auf die nächste Insel.

Dank den vielen Fährabschnitten verringert sich auch der Verkehr, da die lieber die Hauptstrasse nehmen damit sie keine Fähre bezahlen müssen. Die Fährfahrten sind dank Corona für Fussgänger und Radfahrer übrigens kostenlos.

Nach den 30 Kilometern über die nächste Insel und einem Einkauf später stand die nächste Fähre auf dem Plan. Kurz vor der Fähre entdeckte ich einen Wegweiser zu einem Campingplatz und entschied mich, es für den Tag genügen zu lassen.

Tag 60 Furøy – Nesna

Auf der weichen Wiese des Campingplatzes hatte ich wunderbar geschlafen und wachte pünktlich um 7 Uhr auf, damit ich auch gemütlich die Fähre erreichte. Ich hatte sogar ausreichend Zeit, um meine neue Pumpe am Fahrrad zu montieren und die alte wütend zu entsorgen. An Bord der Fähre checkte ich nochmals kurz meine weitere Route und prüfte, wann die nächste Fähre anstand. Dies war bereits nach 30 Kilometern der Fall. Ich schaute auf den Fahrplan…. Die Nächste fuhr etwas nach 15 Uhr. Der Gedanke «Das wars dann mit pünktlich aufstehen und endlich mal ein paar Kilometer hinter mich bringen» flog durch meinen Kopf.

Auf dem Weg traf ich wieder einmal auf einen Radreisenden. Da ich mehr als genug Zeit hatte, unterhielten wir uns einige Zeit. Er plant für drei bis fünf Jahre unterwegs zu sein und hat sein Fahrrad entsprechend schwer beladen. Vor solchen Leuten, die nur im Zelt leben und eine so lange Zeit unterwegs sind, habe ich Respekt. Denn da ist nix mit andauernd an einem warmen Ort mit einem bequemen Bett zu übernachten.

Trotz meiner langen, spannenden Unterhaltung war ich drei Stunden zu früh am Hafen. Unterdessen hat es übrigens wieder begonnen zu Regnen und laut Wettervorhersage sollte es auch die kommende Woche so bleiben. Ich setzte mich ins einzige Cafe des Ortes und genoss erstmal etwas Warmes zu Essen.

Die Fährüberfahrt war total entspannt und schaukelte gar nicht. Am Ziel-Hafen angekommen, begann es in Strömen zu Regnen. Trotzdem gings für mich weiter. Während einem Anstieg begann mein Telefon zu klingeln. Es war ja schliesslich Freitag und meine Arbeitskollegen vermissten mich anscheinend. Da ich noch einige Kilometer machen wollte blieb ihnen nur kurz Zeit, mich wegen des Regens auszulachen.

Oben an der Anhöhe angekommen, fanden sich plötzlich einige blaue Flecken über mir und einige Sonnenstrahlen begannen sich zwischen den Wolken zu zeigen. Mit den Kilometern wurde das Wetter und entsprechend meine Motivation immer besser.

Es war bereits Zeit fürs Abendessen und da ich es nicht bei so wenigen Kilometern an einem Tag belassen wollte, entschied ich eine kurze Essenspause einzulegen und anschliessend noch ein bisschen im abendlichen Sonnenschein zu radeln. An einem Rastplatz angekommen, begann ich Spaghetti-Wasser zu kochen und rief meine Kollegen zurück. Als alle Geschichten der Woche ausgetauscht waren, konnte ich auch meine Spaghetti essen und mich auf die restlichen Kilometer machen.

Ich genoss den Sonnenschein richtig, da mir der Wetterbericht bereits nichts Gutes für die kommenden Tage verriet. Ideal, als ich langsam keine Lust mehr hatte, fand sich ein super Rastplatz. Ich hielt an und schaute nach einem geeigneten Platz, um mein Zelt aufzubauen. Etwas unterhalb, sodass ich ein wenig von der Strasse entfernt war, konnte ich meinen Schlafplatz errichten.

Tag 61 Nesna – Sandnessjøen

Die Nacht war trocken, bis ich mich entschied aufzustehen. Ich öffnete mein Zelt und kroch gerade heraus, als es langsam anfing zu regnen. Entsprechend in Vollmontur ging es für mich auf die Strecke. Ich hatte einige Kilometer, bis zur nächsten Fähre, vor mir. Natürlich hatte ich nichts daraus gelehrt, dass ich ewig auf die letzten Fähren warten musste und checkte auch diesmal den Fahrplan nicht.

Nach der ersten Stunde auf dem Rad, der Regen hielt sich bis jetzt noch knapp in Grenzen, war es Zeit für eine kurze Znünipause. Gebäck und Kaffee verdrückt gings weiter. Unterdessen hatte ich die Abfahrtszeiten der Fähre kontrolliert und festgestellt, dass ich vermutlich gerade so zu spät ankomme.

Mit dem Gedanken, dass ich mir nun Zeit lassen kann, da ich sowieso auf die nächste Fähre warten muss, folgte ich meiner Route. Mittlerweile hatte ich es aufgegeben das Höhenprofil des kommenden Tages anzusehen und daher wusste ich bis zum Beginn eines Anstieges nichts davon. Dieser war auch ziemlich lang und ich war froh, dass ich mir keinen Stress bezüglich der Fährabfahrt machen musste.

Am Hafen angekommen war ich schon gut durchnässt. Unterdessen hat es nämlich begonnen zu Schütten wie aus Eimern und machte auch keine Anstalten damit aufzuhören. Zu meinem guten Glück war der Hafen in einem kleinen Dorf und direkt daneben fand sich ein Restaurant. Ich setzte mich hinein, bestellte ein ordentliches Stück Fleisch und wartete, bis die Fähre fuhr.

Nach etwa einer Stunde am andern Ende angekommen, war das Wetter immer noch nicht besser. Ich wollte nach den letzten kurzen Strecken mal wieder in die Nähe meines 100 Kilometer Ziels kommen. Was wieder einmal bedeutete, Musik an und ab durch den strömenden Regen.

Im nächsten Dorf angekommen und meinen täglichen Einkauf erledigt, schaute ich, wo der nächste Campingplatz zu finden ist. Zur Sicherheit rief ich kurz an und erkundigte mich ob ein warmer Schlafplatz frei ist, bevor ich mich auf den Weg machte.

Auf dem Campingplatz angekommen, hing ich mal wieder ALLES kreuz und quer im Zimmer auf, in der Hoffnung meine Sachen werden bis Morgen zumindest ein bisschen trocken. Bei meiner Ankunft war noch niemand auf dem Platz zu finden und ich machte mich nach einer gediegenen, warmen Dusche auf in die Küche.

Plötzlich kamen noch einige Leute dazu und sorgten für meine Unterhaltung an diesem Abend. Der Campingwart meinte ich müsse unbedingt den Strand um die Ecke gesehen haben. Zwei der Anderen Besuchern motivierten mich schlussendlich dazu, den mindestens dreistündigen Fussmarsch bis dorthin auf mich zu nehmen. Zum Glück, wie sich herausstellte.

Tag 62 Sandnessjøen – Vennesund

Da ich die Heizung in meinem Zimmer auf Vollgas laufen liess, um all meine Sachen trocken zu bekommen, brauchte ich meinen Schlafsack in dieser Nacht nicht. Den Wecker hingegen schon, damit ich die nächste Fähre pünktlich erreichte und nicht einen halben Tag warten musste. Schau her ich habe etwas gelehrt.

Am gestrigen Abend meinte der Campingwart, das Wetter würde für mich heute etwas besser. Nach dem gestrigen, himmlischen Wasserfall war ich da allerdings etwas skeptisch. Bei meiner Abfahrt, pessimistisch in Vollmontur, war es immerhin trocken und auf dem Weg zum Fährhafen hatte es nur kurz genieselt.

Dank Rückenwind war ich jedoch noch etwas zu früh am Hafen und entsprechend über den beheizen Warteraum froh.

Die Strecke auf der nächsten Insel betrug nur etwa 20 Kilometer und die nächste Fähre fuhr 30 Minuten nach meiner Ankunft. Immerhin für die Autofahrer gut abgestimmt. Gemütlich strampelte ich zum nächsten Hafen, bei dem ich erstmal entspannt mein Mittagessen zu mir nahm. Unterdessen hatte ich au realisiert, dass ich einige Sachen im Kühlschrank auf dem Campingplatz vergessen hatte und nervte mich ein bisschen darüber, dass es nun nur Brot zu Mittag gab.

Um auch mal ein wenig vorwärts zu kommen, gings nach der Ankunft darum die 100 Kilometer voll zu kriegen. Übrigens hatte ich einmal mehr verpeilt, dass es Sonntag war und alle Geschäfte geschlossen hatten. Immerhin fand ich auf dem Weg eine geöffnete Tankstelle, an der ich eine kurze Pause einlegte.

Das Ziel für die kommende Nacht war der, gut teure, Campingplatz direkt neben der nächsten Fähre. Zum Abendessen gabs dann halt mal wieder den Notvorrat. Könnt ja sein, dass ich das auch noch lerne.

Tag 63 Vennesund – Namsos

Bald wird es zur Gewohnheit, dass mein Wecker um 7 Uhr klingelt. So auch an diesem Morgen, denn es wartet als erstes eine Fährüberfahrt auf mich. Unterdessen bin ich ziemlich geübt, meine Sachen auseinander zu bauen und zusammen zu packen. Mir blieb dadurch noch ein wenig Zeit, um mich in der Wärme der Campingplatzküche aufzuhalten.

Eine Fährfahrt und einen Kaffee später gings los auf die etwa 80 Kilometer zur nächsten Fähre. Zu meiner Freude wurde das Wetter im Verlaufe des Tages etwas besser und einige Zeit zeigte sich sogar die Sonne ein wenig. Trotzdem war meine Motivation dank des Wetters mittlerweile eher tief und ich fragte mich welche Route ich weiter von Trondheim wählen sollte. Schlussendlich zwang ich mein Gehirn den Gedanken als Zukunftsproblem zu deklarieren und für den Moment zu ignorieren.

Die Landschaft verändert sich jetzt auch nicht jeden Tag so krass und ich pedalte einfach meiner Route entlang. Super viele Fotos brauche ich dadurch auch nicht zu machen. Ab und zu Eins um die Erinnerungen zu wecken.

Vor der nächsten Fähre musste ich noch kurz Einkaufen. Nach einem Blick auf den Fährfahrplan, meine Uhr und die restliche Strecke jagte ich meinen Puls mal wieder etwas in die Höhe, um nicht wieder ewig warten zu müssen.

Die Wahl meines Übernachtungsortes war an diesem Tag etwas schwierig. Nach 80 Kilometer, direkt beim Fährhafen, wäre ein Campingplatz. Für die tägliche Zieldistanz war das aber etwas zu wenig und hätte einen zusätzlichen Tag, bis nach Trondheim, zur folge gehabt. Wildcampen wollte ich in dieser Nacht nicht, da es anscheinend ziemlich Regnen sollte. Nach einer gründlichen Analyse der Karte und Distanzen kam ich zum Schluss mein Tagesziel mal wieder auf 140 Kilometer zu strecken, um in einem Bett schlafen zu können.

Die Fährüberfahrt knapp vor 16 Uhr hinter mir, hiess es also für drei weitere Stunden in die Pedale treten. Ziemlich schnell hat es auch wieder begonnen zu regnen. Die Landschaft für sich war aber ziemlich schön. Meine Aufnahmefähigkeit dieser gegenüber dank des Wetters aber etwas gemindert.

Schlussendlich habe ich jedoch den Zielcampingplatz erreicht. Er war geschlossen. Zum Glück befand ich mich in einer grösseren Ortschaft und wusste bereits, dass es auch noch einige Hotels gibt.

Vom Campingplatz zurück im Ort beim günstigsten Hotel angekommen, gings ums Einchecken. Das Hotel war mehr ein Mehrfamilienhaus und bis auf die Corona-Hinweise neben der Türe deutete auch nicht wirklich viel darauf hin. Die finnischen, «automatischen» Hotels im Hinterkopf, buchte ich online ein Zimmer, erhielt aber keine automatische Antwort mit einem Zugangscode oder Ähnlichem.

Ein kurzes Telefonat später war auch das Problem gelöst und ich stand mit meinem Fahrrad in einem trockenen und warmen Zimmer.

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3 Kommentare

  1. Rosmarie Lienhard 12. September 2020

    Hallo Tobias natürlich warte ich gespannt auf weitere Nachrichten von dir. Ich wünsche dir trockene Tage und verliere nie den Mut.
    Du bist ja so gut im Improvisieren. Die Menschen sind auch sehr freundlich und hilfsbereit. Da Peter und Andrea in den Velo Ferien
    sind habe ich keine Ahnung, wie lange deine grosse Tour noch dauert, bis du wieder in der Heimat ankommst.
    Ich schicke dir liebe Grüsse und die besten Wünsche Jeepli

    • Tobias Zweifel 13. September 2020 — Autor der Seiten

      Hoi Jeepli
      Ich habe ganz vergessen dir den Beitrag zu schicken… Entschuldige!
      Heute war wieder nur Regen angesagt und die Motivation ist entsprechend langsam relativ tief 🙁
      Aber ich ziehe das jetzt durch!
      Am 5. Oktober sollte ich wieder bei der Arbeit erscheinen.
      Danke und liebe Grüsse zurück in die Sonne
      Tobias

  2. Rosmarie Lienhard 14. September 2020

    Hallo Tobias sicher hast du schon wieder mit einigen Kilometer deine Wädli strapaziert. Du bist wirklich durch keine Widerlichkeiten zubremsen. Das Ziel ist dein Weg.
    Wir haben hier immer noch eher sommerliches Wetter.
    Mit Spannung warte ich wieder auf deinen nächsten Bericht.
    Ein Quäntchen Glück wirst du immer brauchen.
    in Gedanken oft bei dir, du schaffst auch den Rest, wir in der Heimat freuen uns auf deine glückliche Rückkehr.
    Mit lieben Grüssen, Toi, Toi, Toi Jeepli

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